Fragen an die Autorinnen

Fragen an die Autorinnen des neuen Reisetagesbuchs »Muster aus aller Welt«, Franziska Feldmann & Gunda Urban-Rump:

Was hat dich auf Muster aufmerksam werden lassen? Was hat dich inspiriert, Gunda?

Das war in Indonesien 1982: Meine Erste Begegnung/Berührung mit traditionellen Stoffen und Mustern fand in Sumbawa, bei einem Volk der Donggos, statt. Ein Dörfchen, nur zur Fuß erreichbar, kein Strom, alle Häuser standen auf Stelzen, alle Dächer hatten eine Fake-Fernsehantenne aus Bambus und unter den Häusern wurde gewebt. Mein erster handgewebter Sarong war wunderschön – tiefes natürliches indigoblau mit feinen hellen indigoblauen Streifen gefärbt. Nicht gerade eine expressive Farborgie. Aber dieser Donggo-Sarong hat mich Jahrzehnte begleitet mit seinem intensiven Geruch von natürlichem Indigo. Seit dieser Zeit ist mein Blick für Farben, lokale Webereien und Muster geschärft.

Und gab es einen letztendlichen Auslöser für ein Reisetagebuch mit Mustern aus aller Welt?

Ja, genau 35 Jahre später, in Palma de Mallorca 2017: Ein Flaschenverschluss mit traditionell bemaltem Porzellankopf war der Auslöser für die Idee auf weltweite Mustersuche zu gehen für ein neues Reisetagebuch. Und ich hatte bereits Erfahrungen gesammelt, wie man ein Reisetagebuch herstellt, welche Details wichtig sind, worauf Menschen, die gerne ihre Reise-Erinnerungen festhalten wollen, Wert legen. Das erste Reisetagebuch, mit schönen alten Stichen gestaltet, hat sich sehr gut verkauft und ich bin gespannt, wie das zweite angenommen wird. Generell macht das Thema sehr viel Spaß und ganz hinten, in meinem Hinterkopf gibt es schon wieder neue Ideen …

Wie war der Gestaltungsprozess für dich, Franzi?

Die Gestaltung der Reisetagebuchs war für uns beide wie eine kleine Reise um die Welt. Einige Muster haben wir selbst auf Reisen oder in unseren Kleiderschränken gefunden und nachgezeichnet, andere haben wir gemeinsam gesammelt. Es war uns wichtig, in dem Tagebuch eine Vielzahl von Mustern aus unterschiedlichen Regionen der Welt abzubilden. Wir hätten jedoch die Seitenzahl wesentlich erhöhen müssen, um all unsere Ideen unterbringen zu können. Für mich war es beeindruckend, während der Recherche festzustellen, wie viele unterschiedliche Stoffe, Kacheln, Web-, Stick- und Batiktechniken usw. es gibt und wie bunt unsere Welt ist. Die Arbeit an dem Reisetagebuch hat mir eine andere Sicht nahe gebracht und ich kann nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne an irgendeiner Ecke das nächste schöne Muster zu entdecken.

Auf welche Herausforderungen seid ihr bei der Gestaltung des neues Reisetagebuchs gestoßen?

Die größte Herausforderung bei der Gestaltung des neuen Reisetagebuchs war die Mustersuche für das Buchcover. Wir haben einige Muster aus aller Welt gezeichnet und am Ende wanderten seitenweise Musterentwürfe durch Verlag und unseren Freundeskreis – von tansanischen Khangas über iranische Kilims und indische Paisleys bis hin zu diesem laotischen Webstoff der Hmong, auf den schlussendlich unsere Entscheidung fiel.

Und wenn Gunda jetzt schon wieder neue Ideen hat … ich bin dabei!

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